CAE-Projekte bei Versions- und Systemwechseln zuverlässig erhalten
Ein Wechsel des CAE-Systems oder eine größere Softwareaktualisierung betrifft nicht nur Projektdateien. Symbolbibliotheken, Formulare, Makros, Artikeldatenbanken, Benutzereigenschaften, Schnittstellen und Auswertungsregeln können ebenfalls abhängig von der bisherigen Version sein. Eine unvorbereitete Migration gefährdet Bearbeitbarkeit und Informationsqualität. Ein kontrolliertes Vorgehen verbindet Dateninventar, Pilotübertragung, Prüfung, Freigabe und langfristige Archivierung.
CAE-Altdaten strukturiert und nutzbar migrieren
Projekte und Abhängigkeiten vollständig erfassen
Vor der technischen Konvertierung werden sämtliche Datenquellen aufgenommen. Dazu gehören native Projekte, Sicherungen, Stammdaten, Vorlagen, Formulare, Symbole, Makros, Fremdsprachen, Schnittstellen und individuelle Erweiterungen. Für jedes Projekt werden Softwareversion, Anlagenkritikalität, Aktualität und zukünftiger Bearbeitungsbedarf dokumentiert. Veraltete Dubletten und offensichtlich unvollständige Testprojekte müssen nicht automatisch migriert werden. Eine Priorisierung reduziert Aufwand und konzentriert die Qualitätssicherung auf betrieblich relevante Dokumentationen.
Regeln an repräsentativen Projekten erproben
Eine Pilotgruppe sollte unterschiedliche Projektgrößen, Erstellungsjahre und technische Strukturen abdecken. Vor der Migration werden Zuordnungsregeln für Eigenschaften, Symbole, Formulare und Artikel definiert. Die Pilotprojekte werden konvertiert, geöffnet, ausgewertet und mit dem Ausgangsstand verglichen. Dabei werden Informationsverluste, geänderte Darstellungen und nicht unterstützte Funktionen sichtbar. Erst nach Freigabe der Regeln beginnt die Serienmigration. Manuelle Nacharbeiten sind als eigener, kalkulierbarer Arbeitsschritt einzuplanen.
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| Projektstruktur | Seiten und Strukturkennzeichen erfassen | Vollständigkeit vergleichen | Keine fehlenden Seiten |
| Betriebsmittel | Kennzeichen und Funktionen sichern | Zuordnung kontrollieren | Keine ungewollten Dubletten |
| Verbindungen | Klemmen, Kabel und Querverweise erfassen | Prüflauf durchführen | Keine kritischen Fehler |
| Artikeldaten | Datenbank und Eigenschaften sichern | Felder und Werte vergleichen | Pflichtdaten vollständig |
| Auswertungen | Referenzausgaben erstellen | Neu generierte Ausgaben vergleichen | Inhaltlich konsistent |
Originalbestand und Rückfallmöglichkeit erhalten
Die Quelldaten bleiben bis zur vollständigen fachlichen Abnahme unverändert erhalten. Sicherungen sind getrennt von den Arbeitsdaten abzulegen und auf Wiederherstellbarkeit zu prüfen. Versionsabhängigkeiten müssen ausdrücklich dokumentiert werden. Bei EPLAN werden ältere Projektdatenbanken beim Öffnen in aktuellen Versionen aktualisiert; anschließend können sie unter Umständen nicht mehr mit älteren Versionen geöffnet werden. Die Herstellerdokumentation sieht deshalb Sicherungskopien und geregelte Datenbankaktualisierungen vor.
Nicht nur Dateiformate, sondern Fachlogik prüfen
Nach der Migration werden Seiten, Betriebsmittel, Querverweise, Klemmen, Kabel, Artikel und automatische Auswertungen kontrolliert. Referenz-PDFs des ursprünglichen Projektes unterstützen den visuellen Vergleich, reichen allein jedoch nicht aus. Zusätzlich sind systeminterne Prüfläufe und fachliche Stichproben erforderlich. Bei besonders kritischen Anlagen kann ein Abgleich mit der realen Installation notwendig sein. Die Validierung muss dokumentieren, welche Funktionen vollständig übernommen, verändert oder bewusst nicht migriert wurden.
Umstellung und Langzeitarchivierung organisieren
Der Wechsel in die neue Umgebung erfolgt nach einem festgelegten Stichtag. Während der Umstellung dürfen nicht parallel Änderungen in alten und neuen Projekten vorgenommen werden. Benutzer erhalten Schulungen zu veränderten Arbeitsweisen, Bibliotheken und Prüfregeln. Der freigegebene Migrationsstand wird als neue Ausgangsbasis veröffentlicht. Für langfristige Lesbarkeit werden ergänzend herstellerunabhängige Ausgaben und Metadaten archiviert. IEC 82045-1 liefert hierfür allgemeine Grundsätze zur Verwaltung und Wiederauffindbarkeit technischer Dokumente über ihren Lebenszyklus.