Betriebsmittel über Anlage, Dokumentation und Systeme hinweg zuordnen
Eine Kennzeichnung ist nur dann wirksam, wenn ein Betriebsmittel an der realen Anlage, im CAE-Projekt, in Prüfunterlagen und im CAFM eindeutig wiedergefunden wird. Unterschiedliche Kurzbezeichnungen, lokal entwickelte Nummernkreise und mehrfach verwendete Kennzeichen führen zu Fehlzuordnungen. Ein systematisches Referenzkennzeichnungssystem schafft eine gemeinsame Sprache für Planung, Betrieb, Instandhaltung und Dokumentation.
RDS-Kennzeichnung für konsistente Anlagendaten
Technische Objekte aus mehreren Aspekten beschreiben
Eine technische Anlage kann nach Funktion, räumlicher Lage, Produkt oder weiteren organisatorisch benötigten Aspekten strukturiert werden. Das Kennzeichnungssystem muss festlegen, welche Aspekte verwendet, wie sie kombiniert und wo sie dargestellt werden. IEC 81346-1:2022 enthält allgemeine Strukturierungsprinzipien und Regeln für eindeutige Referenzkennzeichen. IEC 81346-2:2019 ergänzt Klassifikationsschemata und Buchstabencodes für Objektklassen. Die konkrete betriebliche Anwendung ist in einer unternehmensspezifischen Kennzeichnungsrichtlinie zu präzisieren.
Kennzeichen kontrolliert anlegen und reservieren
Neue Kennzeichen dürfen nicht frei durch einzelne Planer oder Auftragnehmer vergeben werden. Vor der Anlage ist zu prüfen, ob das Objekt bereits existiert, welche Strukturposition zutrifft und ob der Nummernbereich verfügbar ist. Für Projekte können reservierte Kennzeichenbereiche eingerichtet werden. Provisorische Kennungen sind zeitlich zu begrenzen und vor der Abnahme aufzulösen. Bei Ersatz eines Betriebsmittels ist zu entscheiden, ob die funktionale Identität bestehen bleibt oder aufgrund einer geänderten Funktion ein neues Kennzeichen benötigt wird.
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| Funktion | Zweck innerhalb des Systems | Verteilung, Förderung, Steuerung | Vermischung mit Einbauort |
| Ort | Räumliche Einordnung | Gebäude, Raum, Feld oder Schrank | Uneinheitliche Ortsnamen |
| Produkt | Konkrete Komponente | Schalter, Motor oder Messgerät | Doppelte laufende Nummer |
| Typ | Objekt- oder Bauart | Standardisierte Varianten | Verwechslung mit Einzelobjekt |
| Anlagenübergreifende ID | Systemverknüpfung | CAE, CAFM, ERP und DMS | Mehrere führende Kennungen |
Dokumentation und reale Anlage synchron halten
Schaltschränke, Felder, Kabel, Klemmen, Sensoren und Aktoren werden mit der freigegebenen Kennzeichnung beschriftet. Die Kennzeichnung muss dauerhaft, lesbar und für die jeweilige Umgebung geeignet sein. Bei der Abnahme wird stichprobenartig geprüft, ob Schild, CAE-Dokumentation und Datenbankeintrag übereinstimmen. Nicht mehr gültige Beschriftungen sind zu entfernen. Handschriftliche Ergänzungen oder nicht dokumentierte Zusatzschilder dürfen nicht zu einem dauerhaften Parallelkennzeichnungssystem werden.
Eine Identität über mehrere Anwendungen verwenden
CAE, CAFM, ERP, Leitsystem und Dokumentenmanagement können unterschiedliche technische Anforderungen an Schlüssel und Feldlängen haben. Deshalb wird eine führende Anlagen- oder Objekt-ID festgelegt. Das vollständige Referenzkennzeichen kann als fachliche Bezeichnung dienen, während eine unveränderliche interne ID die technische Systemverknüpfung übernimmt. Frühere Kennzeichen werden als Alias dokumentiert, damit historische Prüfungen, Störungen und Ersatzteilbewegungen auffindbar bleiben. Änderungen sind über geregelte Schnittstellen in alle betroffenen Systeme zu übertragen.
Kennzeichnungsqualität dauerhaft überwachen
Ein Kennzeichnungsverantwortlicher oder ein fachübergreifendes Regelwerk steuert Freigaben, Sonderfälle und Erweiterungen. Automatische Prüfungen erkennen Dubletten, unzulässige Zeichenfolgen und unvollständige Strukturanteile. Wiederkehrende Ausnahmen sind daraufhin zu prüfen, ob die Richtlinie ergänzt werden muss. Kennzahlen können doppelte Kennzeichen, offene Provisorien und Abweichungen zwischen Anlage und Dokumentation erfassen. Auf diese Weise bleibt das Kennzeichnungssystem auch bei Standorterweiterungen und technischen Veränderungen skalierbar.