Qualifizierungswege im Bereich CAE-Systeme für die Elektrotechnik
In der modernen Elektrotechnik spielen CAE-Systeme (Computer Aided Engineering) eine immer größere Rolle. Ob es darum geht, Schaltpläne effizient zu erstellen, komplexe Anlagen zu projektieren oder hochwertige Dokumentationen zu erzeugen: Ohne computergestützte Engineering-Tools lassen sich viele Aufgaben heute kaum noch bewältigen. Damit steigt auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, die mit gängigen CAE-Lösungen umgehen können – von EPLAN über WSCAD bis hin zu AutoCAD Electrical. Es gibt eine Vielzahl an Qualifizierungsangeboten, die sowohl Einsteiger als auch erfahrene Fachkräfte auf den sicheren und effizienten Umgang mit CAE-Systemen vorbereiten. Dabei lassen sich unterschiedliche Level und Formate unterscheiden: von der betrieblichen Ausbildung über berufliche Weiterbildungen bis hin zu staatlich anerkannten Abschlüssen und Zertifikaten. Die Qualifizierung in CAE-Systemen für die Elektrotechnik eröffnet vielfältige Karrierewege: von Grundlagenkursen und betrieblicher Ausbildung über Techniker- oder Meisterfortbildungen bis hin zu akademischen Studiengängen und zertifizierten Spezialkursen der Softwareanbieter. Die damit erworbenen Befähigungen und Berechtigungen reichen von der sicheren Bedienung gängiger Tools bis hin zur eigenverantwortlichen Projektleitung, Planung und Dokumentation komplexer elektrotechnischer Anlagen.
Für Unternehmen bietet die Investition in qualifizierte Mitarbeitende einen direkten Mehrwert: Projekte können effizienter realisiert, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und Kosten durch weniger Fehler reduziert werden. Mitarbeitende profitieren von besseren Karriereperspektiven und einer höheren Jobsicherheit in einem wachsenden Markt. Entscheidend ist dabei, die passende Qualifizierung auszuwählen, die individuellen Anforderungen und Vorkenntnisse berücksichtigt und eine solide Grundlage für die stetige Weiterentwicklung im CAE-Bereich schafft. Wer langfristig Erfolg in der Elektrotechnik haben möchte, kommt an CAE-Systemen nicht mehr vorbei. Sich in diesem Bereich zu qualifizieren – und zwar kontinuierlich, da sich die Technik schnell verändert – ist daher ein lohnender Schritt für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen.
Elektroniker/-in für Betriebstechnik oder Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik:
Die klassische duale Berufsausbildung in Deutschland beinhaltet in der Regel auch die Grundlagen des Arbeitens mit CAE-Systemen, vor allem bei der Erstellung von Stromlaufplänen und Installationszeichnungen.
CAE-Schwerpunkte sind meist abhängig vom Betrieb (z.B. EPLAN, WSCAD).
Abschluss: IHK-Abschluss als Elektroniker/-in (Fachrichtung Betriebstechnik oder Automatisierungstechnik).
Nutzen: Solide Grundkenntnisse in Elektrotechnik, die Ausbildung ermöglicht den Einstieg in CAE-Software.
Dauer: Variiert von einigen Wochenendseminaren bis zu mehreren Monaten, abhängig von Umfang und Tiefgang.
Vermittelt Grundlagen der Elektrotechnik, CAE-Bedienung und Planungsstandards (u.a. Normen DIN EN 61439, VDE 0100).
Abschluss: IHK-Zertifikat, anerkannt bei Arbeitgebern.
Nutzen: Nachweis einer praxisorientierten, deutschlandweit anerkannten Weiterbildung mit spezifischem Fokus auf CAE.
Weiterbildende Zertifikatskurse an Hochschulen:
Beispiele: Kurse im Bereich „Elektrotechnische Konstruktion“ oder „CAE-Systeme in der Elektrotechnik“.
Dauer: Eher kurz (einige Wochen bis Monate), meist mit Credits (ECTS) verknüpft.
Nutzen: Hochschulzertifikat, Anerkennung bei akademisch orientierten Unternehmen und Projekten.
Berufsbegleitendes Studium (Master, Bachelor):
Thematisiert neben elektrotechnischen Inhalten auch Projektmanagement, Normen und Dokumentation.
Häufig enge Zusammenarbeit mit der Industrie; Einsatz von CAE-Systemen in praktischen Projekten.
Nutzen: Höherer akademischer Abschluss, profundes Fachwissen, Karriereperspektiven in Entwicklung und Projektleitung.
Befähigungen und Berechtigungen
Fachkenntnisse in Elektrotechnik: Qualifikationen stellen sicher, dass Anwender geltende Normen (z.B. VDE, DIN EN) kennen.
Softwarebedienung und -anpassung: Geschulte Fachkräfte können CAE-Systeme effizient einsetzen, konfigurieren und in Workflows integrieren.
Projektplanungs- und Leitungskompetenzen: Fortgeschrittene Abschlüsse (Meister, Techniker, (Fach-)Ingenieur) berechtigen zur eigenständigen Planung, Projektleitung und Ausbildung von Auszubildenden.
Zertifizierte Fachkraft: Herstellerzertifikate sind oft Voraussetzung, um eigenverantwortlich komplexe CAE-Projekte durchzuführen, da sie eine gewisse Expertise garantieren.
Zeitlicher Aufwand:
Kurze Software-Schulungen: 1–5 Tage
IHK-Zertifikate und herstellerspezifische Zertifikate: mehrere Wochen bis einige Monate (häufig berufsbegleitend)
Techniker-/Meisterausbildung: 2–4 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)
Duales Studium: 3–4 Jahre
Berufsbegleitendes Studium: 4–8 Semester
Finanzieller Aufwand:
Kurse bei Softwareherstellern: einige hundert bis tausend Euro pro Modul (je nach Umfang).
IHK-Lehrgänge: mehrere hundert bis zu einigen tausend Euro.
Techniker-/Meisterausbildung: mehrere tausend Euro, je nach Schule und Zusatzgebühren.
Studiengänge: Studiengebühren in unterschiedlicher Höhe (staatlich vs. privat).
Fördermöglichkeiten:
Aufstiegs-BAföG (Meister-BAföG) für Techniker-/Meisterausbildung.
Bildungsprämie oder Aufstiegsstipendien für berufliche Weiterbildungen.
Förderprogramme der Bundesagentur für Arbeit (unter bestimmten Voraussetzungen).
Nutzen für das Unternehmen
Qualitätssteigerung: Qualifizierte Mitarbeitende erstellen normgerechte und fehlerfreie Schaltpläne, was das Risiko von Fehlplanungen reduziert und die Produktqualität erhöht.
Effizienzgewinn: Gut ausgebildete CAE-Fachkräfte können Planungs- und Dokumentationsprozesse automatisieren, Abläufe standardisieren und den Durchsatz steigern.
Wettbewerbsvorteil: Unternehmen können schneller auf Marktanforderungen reagieren und komplexe Projekte professionell umsetzen.
Reduzierung von Kosten: Weniger Nachbearbeitung und kürzere Entwicklungszyklen senken Projektkosten.
Nachweis der Kompetenz: Zertifizierte Fachkräfte stärken das Image beim Kunden und bei Partnern.
Mitarbeitende
Verbesserte Karrierechancen: Spezialkenntnisse in gefragten CAE-Tools werden am Arbeitsmarkt sehr geschätzt.
Höhere Verantwortungsübernahme: Befähigungen als Techniker, Meister oder Ingenieur erlauben Projektleitung und Teamführung.
Vertiefung des Fachwissens: Erweitertes Verständnis für Normen, Dokumentation und Prozessoptimierung in der Elektrotechnik.
Erhöhte Jobsicherheit: Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal steigt stetig, was sich positiv auf den individuellen Arbeitsplatz auswirkt.
Perspektiven für Selbstständigkeit: Mit einem Meisterbrief oder als staatlich geprüfter Techniker können eigene Dienstleistungen im Elektrosektor angeboten werden.
Wichtige Aspekte und Hinweise
Normen und Richtlinien: CAE-Anwender müssen einschlägige VDE-/EN-Normen kennen und anwenden, um rechtssicher zu arbeiten.
Softwarevielfalt: Jedes CAE-System hat eigene Schwerpunkte (z.B. EPLAN für Schaltschrankbau, WSCAD für Elektroplanung, Zuken E3.series für Kabelbaumkonstruktion). Eine Grundausbildung in Elektrotechnik erleichtert den Umstieg auf verschiedene Tools.
Auswahl des passenden Bildungsträgers: Bei der Fülle an Angeboten lohnt sich ein Blick auf Lehrpläne, Praxisanteile, Abschlüsse und Referenzen.
Laufende Weiterbildung: CAE-Systeme entwickeln sich schnell weiter. Regelmäßige Schulungen sichern die Aktualität des Know-hows.
Kompatibilität und Schnittstellen: Bei herstellerspezifischen Kursen sollte beachtet werden, wie sich die Software in bestehende Unternehmensprozesse und an andere Tools (ERP, PLM, SPS-Programmierung) anschließt.
Zielgruppe und Vorkenntnisse: Kurse sollten den vorhandenen Kenntnisstand berücksichtigen – vom Einsteiger ohne große Erfahrung bis zum Fachmann, der sein Wissen spezialisieren will.
Zertifikate als Qualitätsmerkmal: Anerkannte Zertifikate (z.B. von IHK oder Softwareherstellern) sind bei Kunden und Arbeitgebern hoch angesehen.